SDG 6.3: Verbesserung der Wasserqualität durch Reduzierung von Verschmutzungen, Eliminierung von Einleitungen und Minimierung der Freisetzung gefährlicher Chemikalien und Materialien. Dieses Ziel beinhaltet auch die Halbierung des Anteils unbehandelten Abwassers und die erhebliche Steigerung des Recyclings und der sicheren Wiederverwendung weltweit
SDG 6.4: Erhöhung der Wassernutzungseffizienz in allen Sektoren und Sicherstellung nachhaltiger Entnahmen und Versorgung mit Süßwasser zur Bewältigung von Wasserknappheit
Das W4TH-Projekt zielt darauf ab, Tiny Houses mit nachhaltigen Wasserver- und Entsorgungslösungen auszustatten, die sowohl umweltfreundlich als auch effizient sind. Durch den Einsatz von Regenwassernutzung, Grauwasseraufbereitung und innovativen Toilettensystemen können diese kleinen Wohnräume unabhängig von öffentlichen Wassernetzen betrieben werden.Im Rahmen unserer zwei laufenden Bauanträge werden diese Konzepte bereits umgesetzt. Dazu wurde ein Gutachten für das Landratsamt erstellt. Ein erster Praxistest findet bei den zwei Tiny Houses on Wheels am alten Forsthaus statt, die dort temporär aufgestellt sind. Hier sind bereits Teilkomponenten eines Kreislaufsystems installiert, darunter eine Zisterne, ein Brunnenfiltersystem und zwei Moosfilteranlagen, die derzeit winterfest gemacht werden. Diese Maßnahmen ermöglichen eine nachhaltige und effiziente Wasserversorgung und liefern wertvolle Erkenntnisse für zukünftige Projekte.
Wir entwickeln außerdem eine kleine, mobile Wasseraufbereitung. (Beispielbild oben: mobiler Einsatz für TinyHouse on Wheel)
Nach Sammlung im Erdtank(s) wird das Regenwasser als Dusch- und Spülwasser verwendet. Das genutzte Wasser wird anschließend als Grauwasser über eine hauseigene Pflanzenkläranlage gereinigt und kann wieder dem Kreislauf zugeführt werden. Für den Verbrauch als Lebensmittel kann das Wasser über eine UV-Anlage und Umkehr-Osmose-Anlage aufbereitet werden.
Autoren: Johannes Aigner, Klemens Jakob
Solidarische Bauwirtschaft
Die Anlage wurde bereits mehrfach umgesetzt und ist seit 2018 in erfolgreicher Benutzung. Hier geht es zum kostenlosen Download der Bauanleitung (open source).
Die stationäre Pflanzenkläranlage wurde vom Landratsamt bereits genehmigt. Hier geht es zum Gutachten für die Pflanzenkläranlage zur Grauwasserreinigung.
Kompost- und Verbrennungstoiletten bieten eine umweltfreundliche Alternative zur konventionellen Abwasserbehandlung. Diese Systeme ermöglichen es, menschliche Exkremente vor Ort zu behandeln, wodurch die Belastung der kommunalen Kläranlagen erheblich reduziert wird. Komposttoiletten wandeln Fäkalien in wertvollen Humus um, der als Bodenverbesserer genutzt werden kann, während Verbrennungstoiletten die Exkremente in sterile Asche verwandeln. Es wird kein wertvolles Trinkwasser für die Toiletenspülung verwendet.
Ein weiterer Aspekt der Wasserautarkie ist die Nutzung von Urin als Dünger. Urin enthält wertvolle Nährstoffe wie Stickstoff, Kalium und Phosphor, die für das Pflanzenwachstum essentiell sind. Um negative Auswirkungen auf Pflanzen zu vermeiden, sollte Urin im Verhältnis von 1:10 bis 1:20 mit Wasser verdünnt werden. Diese Verdünnung stellt sicher, dass der hohe Nährstoffgehalt des Urins optimal genutzt wird, ohne den Pflanzen zu schaden.
www.ndr.de/ratgeber/garten/Urin-Ein-idealer-Duenger-im-Garten,urinimgarten102.html
Durch die Implementierung dieser Technologien können Kommunen nicht nur ihre Umweltbilanz verbessern, sondern auch Betriebskosten senken. Die Reduzierung des Frischwasserverbrauchs und der Abwassermengen entlastet bestehende Infrastrukturen und spart Energie. Dies ist besonders relevant im Hinblick auf die neuen EU-Richtlinien, die eine nachhaltige und ressourcenschonende Abwasserbewirtschaftung fordern.Insgesamt stellen diese Ansätze eine zukunftsweisende Lösung dar, um den Herausforderungen der modernen Wasserwirtschaft gerecht zu werden. Sie unterstützen nicht nur den Umweltschutz, sondern tragen auch zur wirtschaftlichen Stabilität der Gemeinden bei.
Blogbeitrag 28.11.2024 / Fredi Orazem TEV & Perplexity (KI)